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Nossberg (Orzechowo), nordöstlich von Guttstadt (Dobre Miasto) an der Straße nach Seeburg (Jeziorany), ein kleiner, verträumter Ort in Ostpreußen, im heutigen Polen. Hier haben vom Ende des 17. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jh. über fünf Generationen hinweg unsere Vorfahren gelebt. Es waren die WELKs, die zu WOELKIs wurden. Es waren Bauern, die zu Knechten und Handwerkern wurden. Es waren Pruzzen, Deutsche, Polen, es waren Ermländer, es waren Katholiken. Orzechowo ist zum ersten Mal am 5. Dezember 1346 erwähnt worden. Eine konkrete Lokalisation hat der Ort am 3. Oktober 1362 vom Bischof Jan Stryprocki (im Heilsberger Schloss die Gründungs-Handfeste für das Dorf Nusberg) bekommen. Das Lokalisationsdekret liefert auch Informationen über die Ausstattung der Pfarrkirche. Da es kein Pfarrhaus gegeben hat, ist die Kirche ab 1565 von einem Pfarrer aus Radostöw verwaltet worden. Bischof Marcin Kromer hat die Kirche am 24. September 1580 zum Gedenken an der Unbefleckten Empfängnis Marias sanieren lassen. Der Turm ist um 1846 umgebaut worden. Der große Altar ist um 1720 errichtet worden. Die St.-Maria-Kirche, barock, orientalisch, in Form eines Viereckes, aus Ziegels gemauert, mit einem Außenpresbyterium, dreieckig geschlossen, eine Hallenkonstruktion, drei Kirchenschiffe. Auf der westlichen Seite ein Holzturm mit einer Säulenkonstruktion, vertikal auf der niedrigen Etage mit Holzbrettern bedeckt, mit Ziegeln umgebaut. Die Pfarrkirche in Orzechowo gehört zu der zweiten Gruppe der Barockdenkmäler der Sakralarchitektur. (Übersetzung des Aushanges in der Kirche) Zum Dorf gehörten 90 Hufen nach Culmer Recht. 1688 hatte Nosbergk 88 Hufen (6 Pfarrhufen, 9 Schulzenhufen, 58 Zinshufen und 15 wüste Hufen) einen eigenen Krug, 2 Schulzen und 20 Bauern.
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Karl Lange, geboren in Noßberg, schreibt 1985 über den Ort und seine Bewohner Anfang des 20. Jahrhunderts: ...Das Dorf war gut einen Kilometer lang. Die Straße hatte
Kopfsteinpflaster und war von Lindenbäumen eingefasst. Außerhalb des
Dorfes war sie eine Kies-Chaussee mit Sommerweg (Sandweg). 1933 hatte Noßberg noch 755 Einwohner. Michael Woelky schreibt 1978 von seinem Besuch in Noßberg: ...Eingefallene und unbewohnte Häuser
stehen hier gleich neben der Straße. Wir parken an der Kirche von
Noßberg. Die Straße hat nur ein holperiges Kopfsteinpflaster. Einige
Häuser sind aus Abrißsteinen neu entstanden. Diese Häuser haben keinen
Außenputz bekommen. Einem großen Teil der Neubauten in den Städten fehlt
auch jeglicher Putz. Wir gehen mehrere langgezogene Steinstufen aufwärts
zur Kirche. Die Kirche ist offen, so treten wir ein. Im Vorraum
entdeckte ich in einem Bilderrahmen verewigt, auf Papier geschrieben,
die Geschichte der Kirche von Noßberg. Der Fotoapparat hält dieses
Dokument fest. Ermland - Lied
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